Lernen mit ChatGPT als Product Owner – Warum technische Struktur wichtiger war als Spielfluss
In dieser Blogserie teile ich meine Lernerfahrungen im Umgang mit ChatGPT – aus der Perspektive eines Agile Coaches und Product Owners, der KI nicht nutzt, um schneller zu liefern, sondern um besser zu denken. Die Texte entstehen dabei selbst im Dialog mit ChatGPT und sind Teil dieses Lernprozesses.
Reflexionen über Coaching, Produktdenken und KI-gestützte Entwicklung
Am dritten Tag habe ich zum ersten Mal ernsthaft in Unity gearbeitet.
Nicht mit dem Ziel, etwas Spielbares zu bauen,
sondern um zu verstehen, wie sich technische Entscheidungen anfühlen.
Es gab keinen Spielfluss.
Keine Animation.
Keinen Moment, den man hätte zeigen können.
Stattdessen habe ich Struktur gebaut.
Was an diesem Tag technisch entstanden ist
Rückblickend war dieser Tag überraschend technisch.
Nur eben nicht sichtbar.
- eine klare Ordnerstruktur für Szenen, Skripte, UI und Charaktere
- erste Konventionen für Namensgebung
- eine bewusste Trennung von Ablaufsteuerung und Darstellung
- ein zentraler Einstiegspunkt für den Tagesablauf
Ich habe gelernt, dass Technik nicht erst mit Code beginnt,
sondern mit Entscheidungen darüber, wo Code überhaupt leben darf.

Struktur als technische Entscheidung
Der größte Lernmoment war für mich:
Struktur ist keine Vorarbeit.
Sie ist bereits Implementierung.
Jede Ordnerentscheidung nimmt zukünftige Entscheidungen vorweg.
Jede klare Trennung reduziert spätere Kopplung.
Und jede Abkürzung rächt sich nicht sofort, aber zuverlässig.
Als Product Owner habe ich das früher oft unterschätzt.
Jetzt habe ich es körperlich gespürt.
Die Versuchung, Technik zu vermischen
Mehrmals an diesem Tag war ich kurz davor, Logik dort zu platzieren,
wo sie gerade „praktisch“ gewesen wäre.
Ein Skript hier.
Ein schneller Zugriff dort.
Ein kleiner Workaround, der schon funktionieren würde.
ChatGPT war hier kein Erklärbär.
Es war eher ein nerviger Nachfrager:
Willst du das später noch verstehen?
Diese Frage hat gereicht.
Was ich konkret über Lernen mit ChatGPT gelernt habe
ChatGPT hat mir an diesem Tag nicht beigebracht, wie Unity funktioniert.
Das hätte ich nachlesen können.
Es hat mir geholfen, technische Entscheidungen explizit zu machen:
Warum trenne ich das hier?
Warum benenne ich das so?
Warum kommt diese Logik nicht einfach mit in das Skript?
Ich habe gelernt, dass Lernen mit KI für mich bedeutet,
mein implizites Bauchgefühl in explizite Entscheidungen zu übersetzen.
Technik kann Ruhe erzeugen
Am Ende des Tages hatte ich kein Spiel.
Aber ich hatte Orientierung.
Ich wusste, wo Dinge hingehören würden.
Und vor allem: wo nicht.
Die Technik fühlte sich nicht schwer an.
Sondern stabil.
Eine Einladung an Dich
Wenn du selbst technische Entscheidungen triffst – als Entwickler, PO oder Coach:
Woran merkst du, dass Struktur dir gerade hilft, klar zu bleiben?
Und woran merkst du, dass du Struktur benutzt,
um unangenehme Entscheidungen aufzuschieben?
Am nächsten Tag habe ich dann angefangen, Ablauf und Zeitlogik umzusetzen.
Und ich war überrascht, wie wenig Widerstand das plötzlich hatte.
Serien-Abspann: Dieser Beitrag ist Teil einer fortlaufenden Blogserie, in der ich meine Lernerfahrungen im Umgang mit ChatGPT dokumentiere. Die Texte entstehen im Dialog mit ChatGPT und spiegeln meinen aktuellen Denkstand als Agile Coach und Product Owner wider – nicht fertige Antworten, sondern bewusst geteilte Zwischenschritte.



