Lernen mit ChatGPT als Product Owner – Warum Eventlogik wichtiger war als Dialogsteuerung
In dieser Blogserie teile ich meine Lernerfahrungen im Umgang mit ChatGPT – aus der Perspektive eines Agile Coaches und Product Owners, der KI nicht nutzt, um schneller zu liefern, sondern um besser zu denken. Die Texte entstehen dabei selbst im Dialog mit ChatGPT und sind Teil dieses Lernprozesses.
Reflexionen über Coaching, Produktdenken und KI-gestützte Entwicklung
Am vierten Tag habe ich begonnen, das Daily Scrum nicht mehr als Gespräch zu betrachten, sondern als System mit einem zeitlichen Ablauf.
Das war ein bewusster Perspektivwechsel.
Und ein technischer.
Was ich an diesem Tag gebaut habe
Aus Entwicklungssicht ging es an diesem Tag nicht um Inhalte,
sondern um Struktur unter Zeitdruck.
- eine klar definierte Abfolge von Phasen
- eine explizite Eventlogik
- einen zentralen Controller, der den Ablauf steuert
Dialoge waren nachgeordnet.
Wichtig war zunächst nur eines:
Was passiert wann – und was passiert dann nicht mehr?

Warum Events eine Produktentscheidung sind
Als Product Owner habe ich an diesem Tag etwas sehr Konkretes gelernt:
Ein Event ist kein UI-Detail.
Ein Event ist Teil des Produktdesigns.
Indem ich Phasen fest definiere,
lege ich fest, welche Verhaltensmuster überhaupt sichtbar werden können.
Ein offenes System lädt zum Ausweichen ein.
Ein zeitlich begrenztes System erzeugt Druck.
Und genau dieser Druck ist der eigentliche Lernträger.
Eskalation als Systemeigenschaft
Die Eskalation war kein Sonderfall,
sondern eine logische Konsequenz des Designs.
Ich habe bewusst darauf verzichtet:
- einzugreifen
- zu moderieren
- das System „klüger“ zu machen
Nicht aus Bequemlichkeit,
sondern aus einer Produktentscheidung heraus:
Das System soll Muster zeigen, nicht lösen.
Was ich technisch gelernt habe
Technisch habe ich an diesem Tag vor allem gelernt,
wie stark sich frühe Entscheidungen auswirken.
Ein zentraler Ablaufcontroller macht Dinge explizit:
Übergänge.
Zustände.
Grenzen.
Und er zwingt mich als Product Owner,
jede Ausnahme zu rechtfertigen.
Das war anstrengend.
Aber sehr klärend.
Was ChatGPT in diesem Schritt beigetragen hat
ChatGPT war an diesem Tag kein Ideengeber.
Sondern ein Korrektiv.
Immer wieder kam dieselbe Rückfrage:
Ist das hier eine Produktentscheidung – oder ein Reflex?
Diese Frage hat mir geholfen,
Eventlogik nicht als technische Notwendigkeit,
sondern als bewusstes Designmittel zu verstehen.
Das Ende ist Teil des Systems
Ein wichtiges Detail dieses Tages war das Ende.
Das Daily endet.
Unabhängig davon, wie es gelaufen ist.
Dieses Ende ist kein Bug.
Es ist ein Feature.
Als Product Owner habe ich hier gelernt:
Nicht jedes System darf sich selbst korrigieren.
Eine Einladung an Dich
Wenn du Produkte, Prozesse oder Lernformate gestaltest:
Wo behandelst du Events als Rahmen –
und wo als aktives Gestaltungselement?
Und wo versuchst du, durch Flexibilität etwas zu kaschieren,
das eigentlich sichtbar werden müsste?
Am nächsten Tag habe ich begonnen, Regie und Beobachtung explizit zu trennen.
Und damit eine weitere Produktentscheidung getroffen.
Serien-Abspann: Dieser Beitrag ist Teil einer fortlaufenden Blogserie, in der ich meine Lernerfahrungen im Umgang mit ChatGPT dokumentiere. Die Texte entstehen im Dialog mit ChatGPT und spiegeln meinen aktuellen Denkstand als Agile Coach und Product Owner wider – nicht fertige Antworten, sondern bewusst geteilte Zwischenschritte.